Ich habe lange nicht mehr von mir hören lassen. Das liegt einerseits daran, dass es jeden Tag was zu tun gibt bis zum späten Abend und andererseits daran, dass es echt schwer ist, sich dazu aufzuraffen, einen semi-langen Bericht der größeren Ereignisse zu verfassen. Aber irgendwann muss es ja mal gemacht werden, das wäre dann jetzt.
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| Christin mit einer Frau der Roten Dao |
Letzten Monat waren wir in Sapa, das ist eine sehr touristisch geprägte Stadt im Norden Vietnams, wo die hohen Breitengrade und Berge die Temperatur kaum über 25°C kommen lassen. Sapa ist als Touristenziel so beliebt, weil hier viele Minderheiten vertreten sind, wie z.B. die Roten Dao, H'mong und Thai (nein, das sind keine Thailänder).

Die Busfahrt von Hanoi über Lao Cai nach Sapa hat etwa vier Stunden gedauert, dementsprechend erschöpft waren wir, als wir am Freitagnachmittag ankamen. Wir sind also nur ein wenig spazieren gegangen in der recht überschaubaren Stadt und haben schon früh den Eindruck gewonnen, dass die Menschen hier fast vollständig von Tourismus leben, wenn nicht sogar ganz. Die Menschen in den schönen traditionellen Kleidern können fast besser Englisch als Vietnamesisch (sie haben ja auch noch eine eigene Sprache in ihrem Kulturkreis), kommen immer direkt auf einen zu und fragen "Shopping?" während sie einem das hinhalten, was sie einem verkaufen möchten. 
Am zweiten Tag sind wir das Dorf Cat Cat besuchen gegangen, das sich in einem großen Rundgang erschließt. Man findet den Ganzen Weg entlang Stände, an denen Schmuck, Kleidung, Instrumente und andere Souvenirs verkauft werden. Die Menschen leben nur von dem Nötigsten und dem, was die Einnahmen der Touristen bieten. Bei den Wasserfällen gibt es ein Geäude, in dem Tanzvorstellungen mit traditionellen Tänzen von jugendlichen Einwohnern als Geschichte verpackt gezeigt werden.![]() |
| Schmuck und ein anscheinend übliches Instrument |
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| (angeblich) Armreife verschiedener Minderheitsgruppen |
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| Verkaufshütten überall entlang des Weges |
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| Den Mädchen wird schon im jungen Kindesalter der Umgang mit Babys beigebracht |
Jeden Samstagabend findet im Zentrum des Städtchens der sogenannte "Love Market" (Cho Tinh) statt, der früher den Zweck erfüllte, dass sich unter den (sehr) jungen Jugendlichen Paare finden, die dann verheiratet werden. Inzwischen finden eher männliche Touristen ein hübsches Mädchen für die Nacht (man sieht nicht selten halbasiatische Kinder mit blonden Haaren oder blauen Augen) und junge überwiegend männliche Teenager durch kleine Aufführungen mit traditionellen Instrumenten und in dementsprechender Kleidung die Möglichkeit, ein wenig Taschengeld dazuzuverdienen.
| Der Love Market |
Am Sonntag haben wir die Wasserfälle in der Umgebung mit den Mofas aufgesucht und sind ein wenig wandern gewesen. Anh Thang ist sogar beim Wasserfall "Tinh Yeu" (siehe links) schwimmen gegangen! Am Abend haben wir die wirklich nette "H'mong Bar" aufgesucht und den letzten Abend gefeiert. Montagmorgens sind wir dann wieder nach Hause aufgebrochen. Die Schlafbusse, mit denen wir beide Strecken gefahren sind, waren wirklich bequem, man kann gut schlafen oder aber einen Film auf einen der vielen Bildschirme sehen. Zwischendurch hat man sogar Verpflegung in Form von Wasser, Sojamilch und seltsamer Milchbrötchen bekommen. Eine Fahrt hat etwa 10 Euro gekostet.
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| Die Aussicht auf die nebelverhangenen Berge |
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| auf dem Weg zu den Wasserfällen: Zwei Kinder, die zwischen dem Müll spielen |







