Freitag, 23. Januar 2015

Frohes neues Jahr 2558!


Ja, ihr habt richtig gelesen: Es ist das Jahr 2885! Zumindest in Thailand, wohin vor genau einem Monat meine erste eigene Reise ging. Mit Tami und Tin bin ich morgens losgefahren zum Sân Bai, dem internationalen Flughafen von Hanoi, um uns dort mit Henni und Marlene aus Hòa Bình zu treffen und dann alle zusammen nach Thailand zu fliegen.

Am internationalen Flughafen von Bankok angekommen, nahmen wir den Skytrain, um zu unserem Hostel, dem "Feel at Home Backpackers" zu gelangen, in dem wir eine Nacht für umgerechnet acht Euro im Dorm Room verbrachten. Als wir mit dem Chef über unsere Reisepläne redeten, bat er uns an, für uns den Bus und die Fähre zu Insel Koh Tao zu buchen für 20 Euro. So wurden wir, das heißt Tami, Henni, Marlene und ich, dann am Nachmittag des zweiten Tages von einem Taxi abgeholt, das uns zur Busstaion brachte, von der alle Fernbusse aus fuhren. Tin, die sich mit einer Freundin in Thailand getroffen hatte, hat eigene Reisepläne gehabt. In den drei Stunden, die wir auf den Bus warteten, konnten wir das große Einkauszentrum begutachten, das wahrscheinlich nur für diesen Zweck dort erbaut wurde. Für kleines Geld hat man dort leckere Donuts bekommen!

Den Heiligabend verbrachten wir somit in einem Reisebus zwischen Thailändern, die auch über Nacht nach Chumphon reisen wollten. Morgens in besagter Stadt angekommen wurden wir in einer Art Sammeltaxi (es war eher ein langer bedachter Transporter) zum Pier gebracht, von wo aus die Fähre nach Koh Tao ablegt. Für Marlene, Tami und mich war die Überfahrt ein reiner Horrortrip. Es began stilgerecht mit dem Erbrechen von der Reling und die Restliche Fahrt verbrachte ich auf der Toilette. Die neben mir wurde später auch von Tami besetzt und Marlene beanspruchte eine Mülltonne für sich. Henni ist von diesem Schicksal verschont geblieben.

Als wir endlich Fuß auf Koh Tao setzten, musste ich mich somit erstmal sammeln, bevor wir den Fußmarsch von (gefühlten?) fünf Kilometern zum Blue Wave Resort antraten, von dem Tin uns vor unserer Trennung berichtet hatte. Leider waren die Preise nicht so günstig wie erhofft (wir hatten alle ein recht begrenztes Budget) und waren daher neben dem Strandbesuch auch mit der Suche nach einem Zimmer für weniger als 300 Baht beschäftigt. Am Abend hatten wir dann ein günstigeres (aber besseres) Zimmer für den nächsten Tag gefunden und konnten somit voll und ganz die Feuershow der Sunset Bar genießen. Nach der eigentlichen Show wurde noch weitergemacht - mit brennenden Springseilspringen und Limbastab! Marlene hat sich dabei ein wenig am Hals verbrannt... der erste Unfall auf unserer Reise.

Sonnenuntergang am Strand von Koh Tao

Am Ende der Feuershow das Highlight


Am nächsten Tag zogen wir also um ins 50 Baht günstigere Wind Beach Resort, wo das Zimmer viel geräumiger und sauberer war. Beim Schwimmen im Meer haben wir nicht weit vom Strand entfernt schon die ersten Korallen im etwa 2 Meter tiefen klaren Wasser gesehen. Am späten Nachmittag gingen wir in ein Restaurant, in dem es für 200 Baht, also gerade mal fünf Euro, drei Stunden lang Pizza all you can eat gab. Aber schon nach einer Stunde hatten wir mehr als genug gegessen und mussten leider aufgeben. Als wir mit überfüllten Mägen zum Zimmer zurückkehrten, lernten wir unsere brasilianischen Nachbarn kennen, die uns ins "Castle" eingeladen haben. Dort angekommen war die Stimmung aber nicht wirklich der Hammer, weswegen wir nach kürzester Zeit wieder zum Strand zurückkehrten um bei der Feuershow zu sitzen, die anscheinend kein einmaliges Event war. 

Das war dann auch unser letzter Abend auf der Insel, denn am darauffolgenden Tag buchten wir Betten auf einer Fähre, die über Nacht nach Chumphon zurück fuhr. Deshalb wollten wir unseren letzten Tag zum Schnorcheln am Schildkröten-Strand nutzen. Leider kam es nie dazu, da Tami und ich kurz vor unserem Ziel mit dem Mofa auf der Sandigen Straße abrutschten und Tami in eine Klinik gebracht werden musste. Das war der zweite Unfall. 


Die Rückfahrt aufs Land war zum Glück ruhig und angenehm, sodass wir alle durchschlafen konnten. Da wir nichts konkretes geplant oder gebucht hatten, haben wir uns zu Fuß auf den Weg nach Chumphon gemacht. Die Strecke war länger als gedacht, aber wir haben es uns gewagt, zu trampen und waren dann zur Mittagszeit schon in unserem nächsten Hotel (ohne S!), wo wir die nächsten drei Nächte verbrachten. Obwohl eine Nacht im Suriwang Hotel nur 105 Baht kostete (etwa 2,50 Euro), war das Zimmer sauber und wir hatten sogar einen Fernseher und eine gute WLAN Verbindung! Zudem gab es jeden Morgen Kaffee, Kakao und Kekse umsonst, sehr sympathisch. :)

Ein typisch thailändisches Haus in der Stadt Chumphon

Dieses kleine Häuschen beherbergt angeblich den
Hausgeist, der beim Hausbau vertrieben wurde
und jetzt die Grenze zum Grundstück bewacht

Mysteriöses Getränk

Der Bahnhof von Chumphon


Wir erkundeten die Stadt ein wenig, aßen superscharfes Curry ("Ist das scharf?" - "Nur ein bisschen") und sehr leckeren Salat, waren in der Shopping Mall, sind mit einem gelben Mönch-Taxi zum leider nicht ganz so schönen Strand gefahren und ich für meinen Teil habe ein wenig Thailändisch gelernt. 

Am letzten Tag des Jahres sind wir schon früh morgens aufgestanden, haben unsere Taschen gepackt und uns zum Bahnhof begeben, wo wir mit dem Zug für etwas mehr als einen Euro in der sogenannten "Holzklasse" in den etwas bekannteren Urlaubsort Hua Hin fuhren. Noch am gleichen Tag waren wir wieder im Meer schwimmen, doch leider verbrachten wir die Silvesternacht nicht im Strand Hotel oder Club, sondern im Krankenhaus, da Henni in einen Meeresbewohner getreten ist, der ihr mit seinem Stachel schreckliche Schmerzen zugefügt hatte. Die Jahreswende war also geprägt von Schlaf anstatt von Alkohol, denn das wenige Feuerwerk, das es gab, war nicht laut genug, um einen wach zu halten.



Am nächsten Tag wurde Henni dann entlassen und da nach dem dritten Unfall innerhalb einer Woche jeder von uns verletzt war, haben wir an dem Tag nichts großes mehr unternommen und haben uns nur beim ungenutzten Steg hingesetzt und die Meeresbriese genossen.



Der Strand vor dem Hilton Hotel in Hua Hin




Mit dem Zug fuhren wir am darauffolgenden Tag für einen Euro, natürlich wieder in der Holzklasse, zurück nach Bangkok. Auf der Fahrt haben wir ein Haus gesehen, auf dem Affen saßen wie bei uns Tauben auf dem Kirchturm. In Bangkok angekommen, machten wir uns auf die Suche nach einer Bleibe für die Nacht und verbrachten diese letztendlich für 6,50 Euro im Orchid Hostel in der Nähe vom Bahnhof. Die nächsten zwei Übernachtungen waren dann allerdings im Overstay, das ziemlich schäbig ist, wo eigentlich nur alternative Backpacker sind. Dafür kostet eine Nacht gerade mal 3 Euro.



An unserem vorletzten Tag in Thailand  haben wir uns mit Marlenes Schwester getroffen, die mit ihrem Freund auch dort war. Zusammen sind wir die Tempelanlage Wat Arun besuchen gewesen und abends in eine riesige Shopping Mall gegangen.

Busfahrt in Bangkok







Der letzte Tag begann eher unschön mit einer Kakerlaken-Invasion, die wir aber nur kurze Zeit miterleben mussten, da wir ja wieder zurück zum Flughafen mussten. Unglücklicherweise hatte Marlene ihren Reisepass aber dort vergessen, weswegen wir nur zu dritt zurück nach Hanoi geflogen sind. Da eigentlich noch zwei weitere Freunde für die Reise miteingeplant waren, die aber kurz vorher ihre Pläne ändern mussten, hatten wir insgesamt eine Ausfallqute von 50 Prozent!!

Alles in allem war die Reise nach Thailand aber trotz der unschöneren Erlebnisse eine tolle Zeit und ich bin froh, sie mit so tollen Leuten verbracht zu haben! Danke :)