Sonntag, 26. April 2015

Leichte Verspätung



Heute möchte ich euch ein wenig über meine/unsere Erfahrungen zum chinesischen Neujahr Tết berichten. Das Neujahr hier zieht sich anders als unseres über mehrere Tage bis Wochen hin und ist jedes Jahr zu einer anderen Zeit - zumindest nach unserem Kalender. Die Vietnamesen benutzen beide Kalender, wobei der chinesische Mondkalender für die Feiertage herangezogen wird, so war die "Silvesternacht" dieses Jahr vom 18. auf den 19. Februar.

Tết essen bei Freunden
Wir wurden von Freunden eingeladen, das Feuerwerk zu sehen, das natürlich bei weitem nicht so spektakulär ist wie in Deutschland, aber besser als nichts. Danach haben wir unsere Neujahrs-Glückwunsch-Runde gedreht, wo wir "Kinder" mit Süßem nur so vollgestopft wurden. Am nächsten Tag sind wir unserer ersten Neujahrsessen-Einladung nachgegangen, wo es fast nichts außer Fleisch gibt und natürlich dem Neujahrskuchen bánh chưng, der aber alles andere als ein Kuchen ist, da es eigentlich nur ein Haufen Fleisch von Reis umhüllt ist, der in Bananenblätter (?) eingepackt wird. Das ganze ist selbstverständlich kalt und schmeckte für uns Westler auch dementsprechend gewöhnungsbedürftig, wobei es in der Pfanne gebraten eigentlich recht essbar ist.

Gewöhnlich werden Kindern und Alten Umschläge, li xi genannt, mit Geld geschenkt, welches Glück für das neue Jahr bringen soll. Vor Tết wird für die Kinder auch nicht selten neue Kleidung und Spielzeug gekauft, es ist also wie Weihnachten und Silvester in einem und einen dementsprechenden Stellenwert hat dieses traditionelle Fest im vietnamesischen Kulturkreis - auch in Deutschland.

Vor Tết finden gewöhnlich auch viele Hochzeiten statt, da es zur kalten Jahreszeit (zumindest hier im Norden) einfacher ist, das Essen zu lagern, denn auch die Hochzeiten dauern mehrere Tage an. 
Zu beiden Anlässen wird übrigens sehr viel Alkohol konsumiert und den Einladungen kann man kaum aus dem Weg gehen. Aber hier wird allgemein recht viel Bier und rượu getrunken von der männlichen Bevölkerung. Der Frauenrolle entsprechend ist es für Mädchen verpöhnt, Alkohol zu  trinken, aber wenn man Ausländer ist, sind die Dinge natürlich nochmal ganz anders, weswegen uns Mädels auch ab und an sogar Zigaretten angeboten werden.
So, das war es erstmal, ein recht kurzer Bericht, aber wenn Fragen bestehen, schreibt mir ruhig eine Email oder bei Facebook